Bauliche Entwicklung in Eppelsheim von 1800 bis 1845

13. Feb 2017
Von: Ute Klenk-Kaufmann

Bauernhöfe, Kuhkapellen, Taglöhnerhäuschen - dies waren die zentralen Themen eines Bildervortrags über die bauliche Entwicklung Eppelsheims zwischen 1800 und 1945, den Dorfchronist Dr. Helmut Schmahl im Scheunencafé hielt. Die Zuhörer erlebten nun eine sehr anschauliche Zeitreise. Bis um 1840, so Schmahl, beschränkte sich die Bebauung auf das Gebiet innerhalb des mittelalterlichen Ulmengrabens, erst danach kam es aufgrund einer rasch wachsenden Bevölkerung zur Ausdehnung in alle Himmelsrichtungen. Besonders intensiv war die Bautätigkeit im Süden der Gemeinde, was vor allem auf den Anschluss an die Bahnstrecke Worms-Alzey 1867 zurückzuführen war. Ausführlich ging Schmahl auf die Entwicklung der einzelnen Dorfstraßen ein. Anschließend stellte er anhand von Einzelbeispielen aus der Bildersammlung von Altbürgermeister Heiner Roos die unterschiedlichen Bauweisen der verschiedenen Bevölkerungsschichten vor. Während wohlhabende Bauern im Laufe des 19. Jahrhunderts immer aufwändigere, an städtischen Vorbildern orientierte Wohnhäuser errichteten, lebten die meisten Eppelsheimer in einstöckigen, schlichten Häusern aus Kalkstein oder Lehmziegeln, die oft nicht unterkellert waren. Manchmal befand sich der Stall unter dem gleichen Dach wie der Wohnbereich. Im 1871 gegründeten Kaiserreich, dessen Frühzeit architektonisch als das Zeitalter des „Historismus“ bezeichnet wird, entstand eine Vielzahl von Neubauten unterschiedlicher Stilrichtungen. Der Erste Weltkrieg setzte dieser Blütezeit ein jähes Ende.

Nach dem Vortrag erteilte Schmahl Interessierten Auskunft aus seinen Unterlagen, die Informationen zur Bau- und Besitzgeschichte aller Wohngebäude in Eppelsheim seit 1800 enthalten. Verschiedene Zuhörer gaben Ergänzungen zu den Ausführungen. Ortsbürgermeisterin Ute Klenk-Kaufmann dankte abschließend dem Referenten für seinen anschaulichen Vortrag und drückte die Hoffnung aus, dass die mit detektivischer Akribie zusammengetragenen Informationen hoffentlich bald in einer gedruckten Dorfchronik nachzulesen sein werden.