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Besuch in der Ortsgemeinde Schuld an der Ahr nach der Flutkatastrophe

10. Mär 2022
Von: Ute Klenk-Kaufmann

Am sonnigen Samstagmorgen 5.03.2022 machen wir- Notfallseelsorgerin Kristine Niebergall-Klein, Ulrich Kaufmann und Ute Klenk-Kaufmann, uns von Eppelsheim auf den Weg nach Schuld ins Ahrtal.

Als Notfallseelsorgerin der Notfallseelsorge Alzey-Worms war Frau Niebergall-Klein nach der schrecklichen Flutnacht vom 14. auf 15.Juli 2021 im Nachgang im August mehrere Tage im Einsatz.

Dabei hat sie sehr viele Kontakte knüpfen können und das Leid der Menschen in vollem Ausmaß erlebt.

Unter anderem beeindruckte sie der Feuerwehrmann Olaf Justen, der am Abend des 14.07.22 um 18 Uhr alarmiert wurde und dann die Leute im Ort sozusagen Haus für Haus evakuiert hatte.

 Während seines unermüdlichen Einsatzes hatte er keine Kenntnis davon, was mit seinem Haus im Ortskern geschehen ist. Erst morgens erfuhr er, dass sein Haus weggespült wurde, zusammen mit weiteren Nachbarhäusern. Massiv gebaute große Häuser waren vom Erdboden verschluckt. So hatte Olaf Justen außer seinem PKW nur noch die nassen Kleider, die er am Leib hatte.

Die Brücke, die in der 80m Entfernung zu den Häusern stand, war mit Holz und Geröll verstopft und versperrte so den Durchfluss. Deshalb suchte sich das Wasser 2m hoch dann den Weg durch den Ortskern und riss eine Schneise rein. Tief sind auch heute noch die Wunden bei den Betroffenen. Von Seiten der FWG Eppelsheim e.V. gab es die Überlegung zu Weihnachten eine Geldspende zu machen. Anstelle von Weihnachtsgeschenken wurde bei den Mitgliedern einen Betrag von 1500 € gesammelt. Diesen übergaben wir Olaf Justen mit dem Wunsch, sie unbürokratisch an Betroffene weiterzugeben.

 

Ihm war es wichtig, uns das volle Ausmaß der Katastrophe zu verdeutlichen. Bei einem Rundgang von fast 5 Stunden durch Schuld erzählte er von jedem Haus das Ausmaß der Flutkatastrophe.

Auch war es ihm sehr wichtig uns mitzuteilen wie die Hilfe ablief und was von den Menschen vor Ort geleistet wurde und auch von den vielen Helfern aus dem ganzen Land. Klar sieht man jetzt aufgeräumte planierte Flächen und doch laufen die Aufräumarbeiten nach wie vor auch an diesem Samstag auf Hochtouren. Teilweise sieht es noch sehr gespenstisch aus, vor allen Dingen, wenn man weiß, dass auch einige Häuser, die zwar da noch stehen, nicht mehr bewohnt werden dürfen. Auch dem örtlichen Sportverein wurde der Sportplatz samt Anlagen weggeschwemmt.

Im Moment laufen überall die Betonmischer und viele ehrenamtliche Helfer arbeiten noch rund um die Uhr.

Nach mehr als 9 Monaten ist der Punkt erreicht, wo die betroffenen Menschen an der Ahr befürchten, dass sie aufgrund der Ukraine Krise mit ihren Problemen in Vergessenheit geraten. Wir haben daher eine Einladung nach Eppelsheim an die Feuerwehr Schuld für die Sommermonate ausgesprochen und wollen den Feuerwehrleuten zusammen mit ihren Angehörigen einen Tag im Ur-Rhein gestalten.

Mit diesen Eindrücken fuhren wir zurück im Bewusstsein, dass Hochwasserschutz eine große Rolle in Zukunft auch bei uns haben wird und wir alle uns damit auseinandersetzen müssen.